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Die Embryonalentwicklung Die Entwicklung des KindesBlastogenese (bis zum 15. Tag nach Befruchtung) Zwischen dem 12. und 14. Zyklustag springt das Ei aus dem aufplatzenden Eibläschen, einer Kapsel, die sich auf der Oberfläche des Eierstocks vorwölbt. Zum Zeitpunkt des Eisprungs, der Ovulation, legt sich die trichterförmige Öffnung der Eileiter mit ihren, wie Polypenarme geformten Fimbrien, um den Eierstock und nimmt das Ei direkt auf. Anschließend wandert das Ei durch den Eileiter in die Gebärmutter. Im Samenerguss des Mannes sind bei jedem Orgasmus ca. 5 Millionen Spermien enthalten. Aber nur ca. 2000 von ihnen überleben den Weg durch die Scheide und Gebärmutter zum Eileiter, wobei die Spermien in jeder Sekunde einen ihrer eigenen Länge von ca. 50 µm entsprechenden Weg zurücklegen. Es ist davon auszugehen, dass die Eizelle ca. 12-24 Stunden, vom Eisprung an gerechnet, befruchtungsfähig ist. Demgegenüber sind die Spermien 2-4 Tage, unter sehr günstigen Umständen sogar 7 Tage, befruchtungsfähig. Bei der Befruchtung, die im Allgemeinen im Eileiter und nur ausnahmsweise in der Gebärmutter stattfindet, dringt das Spermium in die Eizelle ein. Eine Hülle, die Zona pelluzida, die die Eizelle umgibt, verhindert das Eindringen weiterer Spermien. Im befruchteten Ei verschmelzen die genetischen Informationen der Mutter und des Vaters, das sind je Elternteil 23 Chromosomen, zu einer neuen Zelle mit 46 Chromosomen, wie sie jede menschliche Zelle, mit Ausnahme von Ei- und Samenzelle, enthält. In diesem Moment beginnt die Entwicklung des Kindes. Unmittelbar nach dem Verschmelzen von Ei- und Samenzelle kommt es zur ersten Teilung der neuentstandenen Zelle. Auf dem Weg durch den Eileiter teilen sich die Zellen mehrmals. Nach ca. 4 Tagen wird die Gebärmutter erreicht, man spricht jetzt bereits von einer Keimblase, der so genannten Blastozyste, die aus einer äußeren Wand, dem Trophoblasten, und einer inneren Zellansammlung, dem Embryoblasten, besteht. Von der Keimblase werden Enzyme freigesetzt, die eine Auflösung der Gebärmutterschleimhaut bewirken und ca. am 7. Tag nach der Befruchtung die Einnistung, d.h. die Nidation der Keimblase in die Gebärmutter gestatten. Aus dem Trophoblasten entwickeln sich im folgenden die Plazenta und die Eihäute, aus dem Embryoblasten entwickelt sich der Embryo. Kommt es in dieser Phase zu schädigenden Einwirkungen, werden diese entweder völlig "repariert" oder die weitere Entwicklung beendet (Alles-oder-Nichts-Prinzip). Es sei erwähnt, dass jeder Eingriff, der zu einer Abstoßung oder Abtötung einer bereits eingenisteten Eizelle führt, in der Bundesrepublik Deutschland nach § 218 als Abtreibung gilt. Embryonalperiode (3. bis 10. SSW) In der 4. Schwangerschaftswoche (SSW) differenzieren sich die Zellen. Die Fruchtblase, eine mit salzigem Wasser gefüllte Hülle, in der das Kind heranwachsen wird, entsteht. Aus anderen Zellen entsteht der Dottersack, wo der Embryo unter anderem Blutkörperchen bilden kann. Zwischen diesen beiden Zellansammlungen liegt der Embryo. Jetzt wächst der Embryo in die Länge, und zwar ca. 1,5 bis 2 mm. In der 6. SSW sind ein Kopf- und Schwanzteil zu erkennen. Das Aussehen das Embryos verändert sich durch das Wachstum des Kopfes und die Anlage des Gesichtes und der Gliedmaßen. Arme und Beine treten als paddelförmige Knospen auf. Zu diesem Zeitpunkt ist die Monatsblutung der Frau ca. 2 Woche überfällig.
In der 6. SSW beginnt das Herz, vorerst eine einzelne Röhre, zu schlagen. Blutzellen entstehen und zirkulieren mit dem Herzschlag. In der Nabelschnur, die zur Plazenta führt, stellen Blutgefäße die Verbindung zur Mutter her. Im Gesicht entwickeln sich die Augen und der Mund. An den Endpartien der Gliedmaßen bilden sich in der 8. SSW Furchen aus, aus denen sich später Finger und Zehen entwickeln. Die inneren Organe sind fast vollständig vorhanden. Es entstehen Knochenzellen, wo vorher nur Knorpelzellen waren. Die großen Gelenke, wie Schultern, Ellenbogen, Hüfte und Knie sind deutlich sichtbar.
In der Embryonalperiode entwickeln sich die einzelnen Organe und Gewebe. Während dieser Zeit ist der Embryo gegenüber schädigenden Einflüssen besonders anfällig, da diese zu bleibenden Schäden führen. Die meisten Fehlbildungen entstehen in dieser kritischen Entwicklungsphase. Fetalperiode (ab 10. SSW) Der Zeitraum vom Beginn des dritten Monats bis zur Geburt heißt Fetalperiode. Sie ist durch das schnelle Wachstum des Körpers gekennzeichnet. In dieser Phase entstehen kaum noch Fehlbildungen. Schädigende Einflüsse und Substanzen rufen Abwehrreaktionen des kindlichen Organismus (Fetalkrankheiten) hervor, die ihrerseits zu bleibenden Veränderungen führen können. Je fortgeschrittener die Schwangerschaft zum Zeitpunkt des schädigenden Einflusses ist, umso geringer ist der Schweregrad dieser Fetalkrankheit. In der 9. SSW entwickelt sich das Gesicht, Mund und Nase treten deutlich hervor. Jetzt sind nicht nur Arme und Beine zu unterscheiden, auch Finger und Zehen werden sichtbar. Die Ohren finden in der 10. SSW ihren endgültigen Platz an der Seite des Kopfes und sind in ihrer Form erkennbar. Der Kopf ist, verglichen mit dem Körper, noch sehr groß. In der 11. SSW werden die inneren Geschlechtsorgane (Hoden oder Eierstöcke) gebildet. Die äußeren Geschlechtsorgane sind soweit entwickelt, dass mit einer äußeren Untersuchung, z.B. mit Ultraschall, das Geschlecht des Kindes bestimmbar wird. Das Herz pumpt das Blut in alle Körperteile.
Am Ende der 11. SSW sind alle inneren Organe angelegt und arbeiten. Ab der 12. SSW sind geschlossene Augenlider erkennbar und das Gesicht wird immer menschenähnlicher. Aufgrund des zunehmenden Muskelwachstums werden die Kindsbewegungen kräftiger. Die Bewegungen sind aber noch zu schwach, um wahrgenommen werden zu können. Gehirntätigkeit und Muskelarbeit werden aufeinander abgestimmt und die Gelenke ziehen sich zusammen. Finger und Zehen sind voll geformt und haben Nägel. Das Kind kann saugen und ist in der Lage Fruchtwasser zu schlucken. Es hat jetzt eine Länge von ca. 7 cm erreicht. In den folgenden Wochen wächst das Kind rasch in die Länge. Im 4. Monat ist eine Scheitel-Steiß-Länge von ca. 15 cm erreicht, das entspricht etwa der Hälfte der Länge eines Neugeborenen. Am Ende des 5. Monats wiegt das Kind noch weniger als 500 g. Die gesamte Körperoberfläche ist mit einer Lanugo-Behaarung bedeckt, Augenbrauen und Haupthaar sind ebenfalls vorhanden. Jetzt sind die Kindsbewegungen schon so kräftig, dass sie von der Mutter wahrgenommen werden können. Das Unterhautfettgewebe ist im 6. Monat noch nicht vorhanden. Das Kind hat daher eine runzelige Haut. Zu einer entscheidenden Gewichtszunahme kommt es in den letzten 3 Schwangerschaftsmonaten. Durch die Ablagerung des subkutanen Fettes runden sich die Formen des Kindes. Gegen Ende der Schwangerschaft ist die Haut von einer weißlichen, fettigen Substanz bedeckt, die von den Talgdrüsen ausgeschieden wird.
Am Ende des 6. Monats sind das Gehirn und die Lungen soweit gereift, dass das Kind lebensfähig wäre. Mit dem Ende des 10. Monats übertrifft der Schädel alle übrige Körperpartien an Umfang. Er bestimmt den Durchtritt des Kindes durch den Geburtskanal. Das Kind wiegt bei der Geburt zwischen 2800 und 4000 g und hat eine Körperlänge von 48 - 54 cm. |
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