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Schwangerschaft und Geburt

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Der Mutter-Kindpass

Der Mutterpass ist ein wichtiges Dokument, das die werdende Mutter durch die ganze Schwangerschaft und die Nachuntersuchungen begleitet. 1968 wurde das Dokument in Deutschland eingeführt, seitdem aber mehrfach verändert. Er wird der Schwangeren nach der Feststellung der Schwangerschaft durch den Frauenarzt ausgehändigt und enthält Daten wie Blutgruppe, Gewicht, Gewichtszunahme und alle sonstigen gesundheitlich wichtigen Angaben über die Mutter, sowie alle in den Untersuchungen über das Kind gesammelten Daten (Größe, Lage, Gewicht, etc.).

Der Mutterpass sollte von der Schwangeren bei allen ärztlichen Untersuchungen mitgeführt werden und natürlich auch auf dem Weg in die Klinik zur Geburt nicht vergessen werden.

Unser Buchtip zu Schwangerschaft und Geburt

Serologische (Blut-) Untersuchungen

Blutgruppenzugehörigkeit

Unter ABO wird die Blutgruppe der Schwangeren eingetragen und darunter der Rhesusfaktor (Rh) vermerkt. Es gibt vier Blutgruppen (A, B, AB oder 0), einige Untergruppen, die aber für die Schwangerschaft unwichtig sind, und Blutfakttoren. Der wichtigste ist der Rhesusfaktor. Er kann positiv Rh-pos.(D+) oder negativ Rh-neg.(D-) sein.

Ist der Rhesusfaktor der werdenden Mutter positiv, gibt es keine Probleme mit einer Rhesusunverträglichkeit, auch wenn das Kind Rhesus negativ ist.

Wenn der Rhesusfaktor der Schwangeren negativ ist und der des Vaters positiv, kann es zu einer Blutgruppenunverträglichkeit kommen. Hat das Ungeborene den positiven Rhesusfaktor geerbt und kommt es zu einem Blutaustausch zwischen Mutter und Kind, spätestens bei der Geburt, entwickelt die Mutter Antikörper gegen den ihrem Körper fremden Rhesusfaktor im kindlichen Blut. Bei nachfolgenden Schwangerschaften können dann Komplikationen für das Kind auftreten. Schwangere mit negativen Rhesusfaktor erhalten deshalb zwischen der 28. und 30. Woche eine Anti-D-Globulin Spritze.

Siehe auch unsere weiteren Informationen zur Rhesusunverträglichkeit.

Antikörpersuchtest

Der Antikörpersuchtest bezieht sich wieder auf den Rhesusfaktor. Bei einen negativen Rhesusfaktor der Schwangeren, wird das Blut auf Antikörper gegen den positiven Rhesusfaktor untersucht. Wie oben erwähnt tritt entstehen diese Antikörper bei vorherigen Schwangerschaften, bei denen das Ungeborene Rhesus positiv war. Zu Schwangerschaften zählen auch Schwangerschaftsabbrüche, Bauchhöhlenschwangerschaften, Fehlgeburten oder Totgeburten. Fällt der Test negativ aus, wird trotzdem in der 24.-27. Schwangerschaftswoche noch einmal kontrolliert und dann vorsorglich die Anti-D-Immunglobulin Spritze gegeben, um eine Reaktion gegen durch möglicherweise in den mütterlichen Blutkreislauf eingeschwemmte kindliche Blutzellen zu verhindern.

Röteln-Test

Mit dem Röteln-Hämagglutinationshemmungstest wird festgestellt wird, ob eine ausreichender Schutz gegen Röteln besteht. Eine Rötelninfektion während der Schwangerschaft kann das Kind sehr schwer schädigen. Oft wird bei einer Rötelninfektion des Ungeborenen sogar (wenn die Eltern das wünschen) eine Abtreibung aus medizinischer Indikation durchgeführt.

Die Immunität gegen Röteln ist lebenslang vorhanden, wenn man als Kind die Krankheit hatte oder dagegen geimpft wurde (meist werden Mädchen mit 15. Jahren geimpft). Ein Titerwert von 1:16 oder darüber weist auf ausreichende Mengen von Antikörpern gegen Röteln im Blut hin. Bei einem negativen Test kann man allerdings nicht während der Schwangerschaft gegen Röteln impfen, in diesem Fall sollte man unbedingt jeden Kontakt zu Rötelnkranken meiden. Zu einem späteren Zeitpunkt in der Schwangerschaft wird der Test dann wiederholt.

LSR (Lues-Suchreaktion)

Die Lues venera oder Syphilis ist eine gefährliche Geschlechtskrankheit, die oft unerkannt bleibt aber glücklicherweise heutzutage relativ selten ist. Nähere Informationen zu Syphilis finden Sie hier. Eine Schwangere kann ab dem 5. Schwangerschaftsmonat diese Krankheit über die Plazenta auf das ungeborenes Kind übertragen, deshalb sollte man bei einer bestehenden Syphilis möglichst frühzeitig mit Antibiotika behandeln.

Chlamydiatrachomatis- Antigen aus der Zervix

Chlamydia trachomatis ist ein Krankheitserreger, der im Gebärmutterhals (Zervix) vorkommen und beim Neugeborenen zu Augen- und Lungenentzündungen führen kann.

Hepatitis B (HBs-Antigen)

Dieser Test in der 32.-24.SSW stellt fest, ob die werdende Mutter unbemerkt das Hepatitis B Virus in sich trägt. In diesem Fall kann das Kind nach der Geburt geimpft werden. Möglicherweise ist auch ein Abstillen sinnvoll, um eine Übertragung des Virus zu vermeiden.

Weitere Blutuntersuchungen

Weitere Blutuntersuchungen können auf Wunsch der Schwangeren durchgeführt oder bei besonderem Risiko vom Arzt verordnet werden. Eine Untersuchung ob die werdende Mutter HIV positiv ist wird auch von der Kasse gezahlt. HIV kann von der Mutter auf das Kind übertragen werden, einige Maßnahmen wie z.B. Kaiserschnitt oder Abstillen können dieses Risiko mindern. Nähere Informationen zu Schwangerschaft und HIV finden Sie hier. .

Eine Untersuchung, ob die Schwangere gegen Toxoplasma immun ist kann auch sinnvoll sein. Eine akute Toxoplasmose während der Schwangerschaft kann das Kind schädigen. Wenn die Schwangere nicht immun ist, sollte Sie auf jeden Fall den Kontakt zu Katzen meiden, weil Katzen oft Überträger diese Krankheit sind.

Vorangegangene Schwangerschaften

In dieser Sektion werden alle Angaben über vorangegangene Schwangerschaften und Geburten gesammelt, wie z.B. der Zeitpunkt, ob es sich um eine normale Geburt (Spontangeburt) oder einen Kaiserschnitt (Sectio) gehandelt hat. Weiterhin werden alle bisherigen Schwangerschaften, auch Fehlgeburten, Abtreibungen, und Bauchhöhlenschwangerschaften, (EU) verzeichnet.

Angaben zur Schwangeren und Anamnese (Krankheitsgeschichte)

An dieser Stelle werden Alter, Gewicht vor der Schwangerschaft und Größe der Schwangeren angeben. Weiterhin die Zahl der bisherigen Schwangerschaften (Gravida) und Geburten (Para). Der Risikokatalog soll helfen eine Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft einzustufen. Die Kriterien sind nicht unumstritten, und eine genaue Erklärung der einzelnen Kriterien sollte bei Bedarf vom behandelnden Arzt erfolgen. Ein paar "Vokabeln" aus dem Risikokatalog seien noch genannt:

Diabetes Zuckerkrankheit
Hypertonie Bluthochdruck
ZNS Zentralen Nervensystem, Gehirn
Adipositas Fettsucht, Fettleibigkeit
SSW Schwangerschaftswoche
post partum nach der Geburt
Sectio Kaiserschnitt
Abusus Missbrauch von Alkohol, Zigaretten oder Drogen
Placenta praevia "Vorgelagerte Plazenta", der Mutterkuchen liegt vor dem Ungeborenen am inneren Muttermund und versperrt den normalen Geburtsweg.
Hydramnion zuviel Fruchtwasser (über 2 Liter). Die Ursachen können u.a. eine Missbildung des Kindes, Diabetes oder eine Zwillingsschwangerschaft sein.
Oligohydramnie zu wenig Fruchtwasser. Mögliche Ursachen können Anomalien der kindlichen Nieren und ableitenden Harnwege sein. Bei überlangen Schwangerschaften nimmt auch die Fruchtwassermenge ab, was aber keinen Einfluss auf den Geburtsverlauf hat.
Terminunklarheit Der Geburtstermin lässt sich nicht genau ermitteln, z.B. weil wegen Blutungen in den ersten Wochen der Schwangerschaft die letzte Regel nicht mehr festzustellen war.
Plazentainsuffizienz Mangeldurchblutung des Mutterkuchens und deswegen eine Unterversorgung des Embryos
Isthmozervikale Insuffizienz Gebärmutterhalsschwäche. Der Muttermund öffnet sich, meist nach der 12. SSW ohne spürbare Wehentätigkeit.
Indirekter Coombstest Antikörper im Blut der Mutter gegen die Blutgruppe des Kindes
Anämie Blutmangel z.B. durch ungenügende Versorgung mit Eisen
Ödeme Wassereinlagerung in Armen und Beinen
Hypotonie zu niedriger Blutdruck, kann zur Unterversorgung des Embryos führen.

Terminbestimmung

Eine Schwangerschaft dauert normalerweise 40 Wochen, oder 280 Tage. Gerechnet wird vom 1. Tag der letzten Regel. Aus diesem Tag plus 280 Tage errechnet sich der voraussichtliche Geburtstermin.

Die eigentliche Schwangerschaft beginnt natürlich erst mit der Befruchtung, die ungefähr zum Zeitpunkt des Eisprungs stattfindet, also ca. 14 Tage nach dem 1. Tag der Regel. Da dieser Zeitpunkt variabel ist nimmt man den präziseren 1. Tag der Regel, der der Schwangeren meist bekannt ist.

Gravidogramm

Im Gravidogramm werden die Gewichtszunahmen und allgemeine Zustand der Mutter und des Kindes in der Schwangerschaft überwacht.

  • Die Schwangerschaftswoche wird eingetragen und ggf. korrigiert.
  • Der sogenante Fundusstand beschreibt den Abstand der Gebärmutter vom Schambein und überwacht somit deren Wachstum.
  • Die Kindslage kann die Schädellage (SL,) Querlage (QL) oder Kopflage, (KL), sein.
  • Herztöne und Kindsbewegungen werden vermerkt.
  • Ödeme sind Wassereinlagerungen in Beinen und Armen der Schwangeren, Varikosis sind Krampfadern, die im späteren Stadium der Schwangerschaft auftreten können.
  • Die Gewichtszunahme der Schwangeren ist meist nicht linear. Eine Zunahme um die 12kg während der Schwangerschaft gilt als ideal. Dies kann allerdings stark variieren, vor allem durch das Anfangsgewicht vor der Schwangerschaft. Dünne Frauen nehmen oft mehr zu als stämmige.
  • RR ist der Blutdruck nach Riva-Rocci , der im Laufe der Schwangerschaft steigen kann. Das Blutvolumen erhöht sich in der Schwangerschaft um ca. 1 Liter.
  • Hb bezeichnet die Konzentration von Eisen (Hämoglobin) im Blut, das zum Sauerstofftransport im Blut benötigt wird. Oft sinkt dieser Wert während der Schwangerschaft durch die Zunahme des Blutvolumens. Um die Sauerstoffversorgung des Babies sicherzustellen werden bei einem Wert unter 10.5 meist Eisenpräparate verschrieben.
  • Unter Sediment sind die Ergebnisse der regelmäßigen Urinuntersuchung zu finden. Eiweiße im Urin können auf eine Blasenentzündung oder eine Nierenfehlfunktion hinweisen, Zucker im Urin auf Schwangerschaftsdiabetes.

Ultraschalluntersuchungen

ultraschallfoto

ultraschallfoto

Ultraschallfoto eines Embryos

Die Ultraschalluntersuchung liefert einen Querschnitt durch den Embryo. Es gehört etwas Übung dazu in den verschiedenen Grautönen etwas zu erkennen, aber der Arzt oder die Ärztin nimmt sich oft die Zeit genau zu erklären, was man erkennen kann.

Drei Ultraschalluntersuchungen sind gesetzlich vorgeschrieben, oft werden jedoch viel mehr gemacht und bei fast jeder Untersuchung zum Embryo hineingesehen.

Im ersten Screening wird festgestellt, ob es sich um einen oder mehrere Embryos handelt, wobei sich manchmal von mehreren nur ein Embryo weiterentwickelt. Der intrauterine Sitz, also der Sitz des Kindes in der Gebärmutter wird ebenfalls geprüft und somit eine Bauchhöhlenschwangerschaft ausgeschlossen und die Lage und Größe (SSL = Scheitel- Steiß- Länge) des Embryos festgestellt. FS ist der Fruchtsack, dessen Durchmesser gemessen wird. Als dorsonuchales Ödem wird eine Wasseransammlung im Nacken bezeichnet, die im Ultraschallbild als Nackenfalte sichtbar ist. Dies kann ein Hinweis auf Schädigung der Erbanlagen sein.

Das zweite Screening in der 19.-22. Schwangerschaftswoche untersucht den Embryo etwas genauer: Der Kopfdurchmesser wird sehr genau festgestellt (BPD, Biparientaler Kopfdurchmesser = Durchmesser des Kopfes von einer Seite zur anderen und FOD/KU = frontoccipitale Kopfdurchmesser = Durchmesser des Kopfes von vorn nach hinten), sowie Brustkorbdurchmesser (ATD, abdominaler Transversaldurchmesser) und die Länge der Oberschenkel und Oberarmknochen (FL/HL Femurlänge/Humeruslänge).

Die dritte Ultraschalluntersuchung soll noch mal das normale Wachstum des Embryos anhand der vorherigen Parameter bestätigen

Mit Hilfe von dopplersonographischen Untersuchungen können die Blutströmungsverhältnisse beim Baby und damit die ausreichende Versorgung festgestellt werden.

Cardiotokographische Befunde (CTG) sind die Aufzeichnung der Herztöne des Kindes und der mütterlichen Wehen während der Spätschwangerschaft und Geburt.

Abschlussuntersuchung

In der Abschlussuntersuchung werden noch einmal Daten zur Schwangerschaft, zum Geburtsverlauf und dem Wochenbett gesammelt.

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