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Osterlamm
Seit Jahrtausenden ist das Schaf Symbol des Lebens. Es gibt Speise und Trank
(Milch, Käse, Fleisch), Kleidung, Boden (Teppich) und Dach (Zelt), es
liefert Material für die Herstellung von Trommeln, Horn- und
Saiteninstrumenten und "garantiert" als Opfertier gute Beziehungen zur
Gottheit.
Im Volk Israel war (bis zur Zerstörung des Tempels 70 n. Chr.) das Lamm eine
wichtige Opfergabe. Mit dem Jobel, dem Widderhorn, wurde zu großen
Festen geblasen (von daher kommen unsere Worte Jubel und Jubiläum),
und zum Pessach-Fest aß man im Familienkreis ein Lamm in
Erinnerung an die Befreiung des Volkes aus der Sklaverei in Ägypten (vgl.
Exodus 12,1-13,16). Beim Propheten Jesaja (53,7) wird das Lamm auch zum
Symbol für den "leidenden Gottesknecht".
Im Neuen Testament wird Jesus selbst von Johannes dem Täufer "Lamm
Gottes" (Johannes 1,29 u. 36) genannt. Petrus (vgl. 1 Petrus 1,19) und
Paulus (vgl. 1 Korinther 5,7) sehen in Jesus das wahre Paschalamm
(Osterlamm). Sie wollen damit sagen: Jesus Christus ist für alle, die an ihn
glauben, zum Inbegriff des Lebens geworden: Speise und Trank, Boden und
Dach, Geborgenheit und Festesfreude, Freiheit und Versöhnung mit Gott.
Auch das letzte Buch der Bibel greift die Lamm-Symbolik noch einmal auf: Am
Ende der Zeiten wird die "Hochzeit des Lammes" stattfinden, wenn Christus
die erlöste Menschheit als seine "glückliche Braut" zu Gott heimführt (vgl.
Offenbarung 19,9). Die scheinbare Niederlage des Gekreuzigten - so der Sinn
dieses Hoffnungsbildes - wird sich am Ende als großer Sieg erweisen, weil
die Liebe letztlich stärker ist als Gewalt und Tod. Gott wird zum ewigen
Osterfest laden. |
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