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Osterhase
Die Herkunft des Osterhasen ist ungeklärt. Schriftlich erwähnt wird er das erste
Mal um 1682. Vielleicht ist er eine unverstandene Umbildung aus dem Osterlamm
(vgl. F. Kluge, Etymologisches Wörterbuch, 21. Aufl. 1975, 526). Es ist
allerdings bereits auf einem Sakramentarblatt zur Osterliturgie aus dem 12.
Jahrhundert die Initiale D mit einem Hasen geschmückt (Handschrift in der
Bayrischen Staatsbibliothek München). Da der Hase keine Augenlider hat und "mit
offenen Augen schläft", sehen manche in ihm auch ein Gleichnis für Christus,
der, von den Toten auferstanden, nie mehr "entschläft", sondern über die Seinen
wacht. Manchmal will man im Hasen wegen seiner Fruchtbarkeit ein Symbol des
unzerstörbaren Lebens und damit einen Hinweis auf die Auferstehung sehen.
(Eigentlich zeichnet sich das Kaninchen und nicht der Feldhase durch extreme
Fruchtbarkeit aus.) Kirchenvater Ambrosius von Mailand (339 -397) sah im
Schneehasen, der seine Fellfarbe wechselt, ein Symbol für Verwandlung und
Auferstehung. Andere altchristliche Texte vergleichen den Gläubigen, der bei
Christus Zuflucht sucht, mit einem gejagten Hasen, der sich in den Bergen in
Sicherheit bringt. In Byzanz soll der Hase ein Symbol für Christus gewesen sein.
Der Osterhase ist heute als österlicher
Eierbringer bekannt. Erste Belege für den Osterhasen aus dem Jahre 1678 sind von
Georg Franck von Franckenau, einem Medizinprofessor aus Heidelberg überliefert.
Vor über dreihundert Jahren ist der Brauch im Elsaß, in der Pfalz und am
Oberrhein entstanden.

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