| Die
Ursachen von Sexsucht
Früher wurde die
Nymphomanie als organisches Leiden betrachtet und auch entsprechend
behandelt - wie etwa durch Auflegen von Eisbeuteln auf die Genitalien,
Ansetzen von Blutegeln oder im schlimmsten Fall durch die Entfernung der
Klitoris oder der Eierstöcke.
Die Ursache für Sexsucht gibt es nicht. Wie bei anderen Süchten auch, kommen
viele Einflüsse zum Tragen. Diese liegen im seelischen, soziokulturellen
Bereich, genauso wie in der Kindheit, in der Persönlichkeit und Veranlagung
begründet. Innere Konflikte, Minderwertigkeitsgefühle, gestörte emotionale
Beziehungen und die zwanghafte Suche nach Nähe können die Sexsucht fördern.
Sie beginnt - wie auch Alkohol-, Drogen- oder Spielsucht - schleichend.
Langsam steigert sich das Suchtverhalten, wodurch die persönliche Freiheit
zunehmend eingeschränkt wird. Bleibt die Sexsucht über einen längeren
Zeitraum bestehen, kann es zu gesundheitlichen Problemen sowie
Persönlichkeitsveränderungen kommen.
Die Anforderungen des "normalen" Alltags können meistens nicht mehr erfüllt
werden. Trotz der zahlreichen sexuellen Kontakte bleibt die eigene
Isolierung bestehen und es kommt zu einem Leidensdruck. Um aus diesem
Teufelskreis ausbrechen zu können, ist in den meisten Fällen professionelle
Hilfe durch Psychotherapeuten unabdingbar.
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