Als
wir die mit Luftballons geschmückte Siedlungsstraße entlang fuhren pochte mein
Herz ganz laut, ich freute mich schon so auf die Gäste! Chris war mit unserem
Kameramann mitgefahren und ging schon mal zu den Gästen. Ich ließ sie ein
wenig warten, atmete ruhig nochmal durch und ging dann auch die Auffahrt zu
meinem Elternhaus hinauf. Und da standen sie schon alle.... Onkeln, Tanten,
Freunde, Eltern... Alle applaudierten und nun musste ich mich durchküssen und
jedem die Hand schütteln. Ich war so happy in diesem Moment, alle waren wegen
uns gekommen, wegen unserer Hochzeit. Es war ein superschönes Gefühl! Ich
wusste nicht, wo ich anfangen sollte, da standen so viele Leute die begrüsst
werden sollten. Meine Blumenmädchen sahen so zauberhaft aus und liefen schon
mit ihren Blumenkörbchen rum. Sie waren noch ein wenig schüchtern und ich
überlegte, ob sie wohl Blumen streuen würden beim Auszug aus der Kirche? Ich
schüttelte ca. 90 Hände, küsste ca. 180 Wangen und war froh, als mir mein
Bräutigam endlich ein Glas Sekt-Orange reichte. Dazu aß ich ein Brötchen, mehr
brachte ich nicht hinunter... Jeder sagte mir wie wunderschön ich aussehen
würde und dass wir ein wunderschönes Brautpaar wären. Und dann erreichte uns
eine Hiobsbotschaft: Meine Cousine lag mit Lungenentzündung im Krankenhaus und
würde also nicht kommen können. Traurig, sie hatte sich schon so gefreut und
extra neu eingekleidet... Auch meine Freundin Sonja lag schon seit 3 Tagen mit
Fieber im Bett und konnte auch nicht zur Hochzeit kommen
L
Total schade.... Unsere Fotografin stellte sich auf den Balkon und dirigierte
von oben alle Gäste zu einem tollen Gruppenfoto aus der Luft. Das war
vielleicht schwierig bis alle dort standen wo sie sein sollten, aber wir haben
es schließlich geschafft. Genau rechtzeitig, denn nach dem Foto sagte
irgendjemand: „Es ist 10 vor 2!“ Es war also Zeit zum Standesamt zu fahren. Im
Autokonvoi fuhren wir zum Standesamt, mein Trauzeuge und ich ganz zum Schluss.
Der Standesbeamte erwartete und schon und wir betraten den
Trausaal. So, ich war wieder mal richtig aufgeregt und war froh, als wir uns
setzen durften und der Standesbeamte mit seiner Rede begann. Im Hintergrund
lief leise Musik, er hielt eine schöne Ansprache und schwupp di wupp, nach 5
Minuten gings auch schon ans Ja-Wort, das Chris und ich laut und deutlich
aussprachen. Während der Zeremonie hielt Chris immer ganz fest meine Hände.
Als es zum Ringe anstecken kam, nahm Chris erstmal den falschen Ring vom
Ringkissen, bemerkte es aber früh genug und steckte mir dann doch den
richtigen an. Ich hatte einen Vorteil, musste mich nicht mehr mit den Bändchen
an denen die Ringe festgemacht waren ärgern und steckte meinem Bräutigam den
Ring an. Irgendwie vergaßen wir auf den Kuss, das bemerkten wir aber erst nach
der Zeremonie
J
Meine Unterschrift mit neuem Namen ging mir ganz leicht von der Hand und jetzt
im Nachhinein betrachtet bemerkte ich die Fotografin und unsere beiden
Kameramänner gar nicht, so konzentriert war ich. Nachdem der Auszug aus dem
Ehebuch verlesen worden war und die Zeremonie beendet war, küssten wir uns
endlich. Und das ganze mussten wir gleich nochmal wiederholen, da die
Fotografin und die Kameramänner nicht gefilmt hatten *lach* Vorm Standesamt
gratulierten uns einige der Gäste und dann fuhren wir auch schon alle
gemeinsam mit lautem Hupkonzert zum Restaurant und gingen von dort weg zu Fuß
in die Kirche.
Dort warteten schon einige meiner Kollegen, die es nicht
rechtzeitig zum Sektempfang geschafft hatten. Ich begrüßte sie nur ganz kurz
und stand dann etwas abgeschotet von den Gästen mit meinem Papa und meinen
Brautjungfern beisammen. Meinen Schleier gab ich vors Gesicht und mein Papa
brauchte noch eine Zigarette, ehe er startklar war, mich in die Kirche zu
führen. Die Gäste standen schon alle in einer schönen Zweierreihe und als die
Kirchenglocken läuteten zog mein Bräutigam mit seinem Trauzeugen als erstes
in die Kirche ein. Danach folgten die Eltern und Verwandten und schließlich
standen nur noch meine Blumenmädchen mit ihrer Schwester (alleine trauten sie
sich nicht), Katrin (die die Ringe zum Altar brachte), Miriam (mit der
Hochzeitskerze), meine Brautjungfern und Papa und ich vor der Kirche. Die
Orgel fing an zu spielen, ich hakte mich bei Papa ein und wir zogen in die
Kirche ein. Es war so wunderschön, ich hab die Orgel nicht spielen gehört, hab
aber darauf geachtet, so viel wie möglich von den Hochzeitsgästen die in den
Kirchenbänken für uns Spallier standen, mitzubekommen und sah dann meinen
Bräutigam am Altar stehen. Er war so nervös! Mein Papa nahm seine Hand,
übergab mich an ihn und legte dann meinen Schleier zurück. Ich hielt
Christians Hand für einen Moment ganz fest, dann stellten wir uns vor die
Brautsessel und wurden vom Herrn Pfarrer begrüßt. Die Messe war total schön.
Der Chor war ein Hit, die Damen hatten sich wirklich große Mühe gegeben!
Einige Szenen aus der Messe: Chris hat sein Treueversprechen mit einigen „Verlesern“
runtergelesen, ich hab meines ganz ruhig auswenig aufgesagt – hätt mir nicht
gedacht dass es so einfach gehen würde! Eins meiner Blumenmädchen hat
eingeschlafen (habs selber nicht gesehen aber ich freu mich schon aufs
Video!), bei der Wandlung sind wir stehen geblieben (das war wohl das erste
mal dass unser Pfarrer das erlebt hat *lach* aber er hat uns nicht darauf
hingewiesen, dass wir uns hinknien sollten und wir habens einfach vergessen!).
Herr Pfarrer sagt: „Und nun wollen wir alle gemeinsam das Vater unser singen“
und fängt dann an, es laut vorzubeten. Beim Ave Maria hatte Chris Tränen in
den Augen und auch meine beiden Trauzeugen kämpften gegens weinen an. Ich
blieb ganz ruhig und hatte nur Tränen in den Augen, als mein Cousin Mario in
den Fürbitten erwähnt wurde. Nach der Messe blieben wieder alle unsere Gäste
in den Bänken stehen und wir zogen bei Orgelmusik aus der Kirche. Meine
Blumenmädchen streuten keine Blüten, aber das übernahm dafür ihre Schwester.
Die nächste Panne bzw. Der nächste Schreckmoment folgte:
Wir standen beim Kirchenausgang, die Fotografin knipste
schon fleissig und ich hab ganz verzweifelt nach unserer Musikband Ausschau
gehalten. Sie waren noch nicht da! Ok dachte ich, die kommen bestimmt gleich
und ich schüttelte wieder 100 Hände und küsste 200 Wangen vor der Kirche. Als
nach einer halben Stunde die Musik immer noch nicht da war wurde ich unruhig
und schickte den Freund meiner Cousine zum Restaurant um die Band zu suchen.
Nach wenigen Minuten waren sie dann auch schon da (sie hatten sich notiert,
dass wir uns im Restaurant treffen, und nicht vor der Kirche) und spielten ein
flottes Stück ehe wir alle gemeinsam zum Restaurant marschierten. Es war so
schön, die Musik vor uns, wir dahinter und ich hab mich dann zweimal umgedreht
um die Menschenmenge zu sehen, die hinter uns her lief. Beim Restaurant
angekommen schepperte es erstmal mächtig. Unsere Wirtin hat Geschirr
zerschmissen und nachdem sie uns begrüßt hatte bekamen wir erstmal Brot mit
Salz überreicht, was angeblich Glück bringen soll. Danach musste mein Schatz
das Geschirr zusammenkehren und ich musste es in einen Eimer schauffeln.
Endlich hatten wir es geschafft, da schnappte sich die Wirtin meinen Bräutigam
und den Eimer, drückte Chris ein Busserl auf die Wange und rummmmms... lagen
die ganzen Scherben wieder am Boden. Gut, wir kehrten also nochmal brav
zusammen und als die Wirtin Chris den Eimer abnehmen wollte, gab dieser ihn
nicht mehr her, um nicht nochmal kehren zu müssen. Sie versprach dann, den
Eimer nicht mehr auszuleeren und reichte stattdessen uns und unseren
Trauzeugen ein Glas Sekt und dann noch ein zweites. Und endlich durften wir in
den Saal. Bis alle Gäste ihren Sitzplatz gefunden hatten vergingen ein paar
Minuten und ich genoss den Blick auf 95 Menschen, die mit uns zusammen
feierten. Unsere Wirtin ließ es sich nicht nehmen, eine wunderschöne Rede zu
halten und im Anschluss daran ein Gedicht für den Bräutigam vorzulesen. Es war
lustig und als Dankeschön bekam sie von Chris auch ein Busserl auf die Wange.
Danach hielt mein Papa eine kurze aber schöne Rede und alle ließen uns
hochleben.
Katrin und Miriam hatten ein Gedicht für uns einstudiert
und wollten es zum besten geben, doch die beiden mussten ständig lachen. Beim
zweiten Versuch klappte es dann aber und wenig später hatten wir an der
Ehrentafel auch schon unser Essen auf dem Tisch. Ich war nach der Suppe schon
voll und brachte von der Hauptspeise gerade mal 4 oder 5 Bissen hinunter.
Total schade irgendwie, das Essen schmeckte superlecker! Nachdem alle gegessen
hatten wurde es finster im Saal und die Tür ging auf. Herein kam die Wirtin
mit zwei Kellnern und jeder trug eine Torte mit kleinem Feuerwerk (so wie es
im „Traumschiff“ immer zu sehen ist). Es war so schön! Unsere Hochzeitstorte
stand hinter uns auf einem Tisch, daneben noch 4 weitere Torten und jede Menge
Kekse, die nach dem Essen auf den Tischen verteilt wurden. Plötzlich kam die
Musik auf die Bühne, begrüßte die Hochzeitsgesellschaft, wünschte uns beiden
viel Glück für unsere Ehe und rief uns auf die Tanzfläche. Es war soweit, der
Brauttanz stand am Programm. Chris murmelte ein leises „Scheiße“ und ich hatte
auch schon ein wenig Bammel davor, es standen nämlich all unsere Gäste in
einem Kreis auf der Tanzfläche und wir mussten in der Mitte tanzen. Wir hatten
uns einen langsamen Walzer gewünscht und schon bei den ersten Takten wussten
wir, dass kann nix werden. Wir haben den Walzer total verpatzt, die Musikanten
retteten die Situation aber, in dem sie nach der Hälfte des Tanzes „Alles
Walzer“ riefen und einige andere Paare auf die Tanzfläche kamen. Peinlich! Von
nun an kam ich von der Tanzfläche nicht mehr herunter. Ich musste ja mit jedem
männlichen Gast im Laufe des Abends tanzen (schaffte ich auch bis auf 2, die
früher gegangen sind und die ich nicht mehr erwischte) und fing gleich mit
meinem Papa, meinem Trauzeugen und meinem Onkel an. Und auf einmal hieß es,
ich müsse meinen Brautstrauß nehmen, denn ich würde nun entführt. Silke und
mein Bruder schnappten mich und den Kameramann und wir rauschten heimlich aus
dem Saal. Die Fotografin hielt mich noch auf und ich hatte Angst, Chris würde
mich noch vor der Tür des Restaurants wieder finden. Doch wir schafften es bis
ins Gasthaus und saßen nun da, zu dritt. Irgendwie fehlte da noch jemand...
Mein Onkel und sein Sohn kamen nach und dann kam eine große Überraschung:
Sonja, meine Freundin die nicht zur Hochzeit hätte kommen können weil sie
krank war, kam ins Gasthaus, ich hab mich soooo gefreut! Nach einer halben
Stunde kam Chris mit Gefolgschaft ins Gasthaus und es wurde richtig lustig.
Doch irgendwie hatte unsere Band verabsäumt dass die Braut gestohlen wurde,
sie kamen nicht nach! Mein Cousin regelte dies und wenig später kam die Musik
gemeinsam mit einigen anderen Hochzeitsgästen im Gasthaus an und ich musste
tanzen, tanzen, tanzen. Mein Onkel gab einige Witze zum besten und nachdem
mein Trauzeuge seine Zeche gezahlt hatte, gingen (bzw. Tanzten) wir nach der
Musik zurück ins Restaurant.
Wir wurden mit großem Applaus empfangen und ich freute mich
auf ein paar ruhige Minuten, doch daraus wurde nix, ich wurde wieder auf die
Tanzfläche geschleppt
J
Danach gratulierten uns meine Kollegen und überreichten uns ihr Geschenk und
verabschiedeten sich dann auch gleich. Es folgten weitere Gratulanten und
Geschenke und danach wurde die Hochzeitstorte auf den Brauttisch gestellt, die
es anzuschneiden galt. Wir machten das eigentlich ganz gut, Chris hatte seine
Hand über meine gelegt, was ja bedeutet, dass er in der Ehe das sagen hat
*lach* Wir schnitten 2 Stück Torte ab und fütterten uns dann gegenseitig
damit. Die Musik spielte dazu. Mal schneller, mal langsamer, und wir mussten
uns im Takt mit der leckeren Torte füttern – war lustig! Die Tanzfläche wurde
immer leerer, was einerseits daran lag, dass viele Gäste am Torte essen waren
und andererseits daran, dass viele Gäste mehr an der Bar als im Saal waren.
Ich überlegte mir, wie ich das ändern konnte und hab der Musik das Gedicht und
Päckchen für das so genannte „Päckchen Spiel“ gegeben. Es war total witzig und
im Päckchen waren Gutscheine für verschiedene Tanzpaare. Ich hab einfach
Verwandte von Chris mit meinen gemischt und auf Zettelchen geschrieben.
Insgesamt standen also 16 Paare auf der Tanzfläche. Die Musik spielte ein
witziges Lied und alle hatten Spaß. Danach durfte natürlich keiner die
Tanzfläche verlassen und es ging weiter am Parkett. Die Tanzfläche blieb ab
diesem Moment eigentlich ständig voll
J
Mein Kleid war bereits nach den ersten Tänzen schon soooo dreckig und weil mir
immer wieder jemand auf die hochgesteckte Schleppe trat, ging bald mal ein
Stück der Spitze ab. Doch was sollte ich tun? Nachtrauern hatte keinen Sinn,
ich tanzte also gelassen weiter und amüsierte mich auf der Tanzfläche. Nach
dem „Zillertaler Hochzeitsmarsch“ und einem „Boarischen“ den Chris und ich
aufs Parkett legten war ich erstmal geschafft. Mein Herz raste und ich
brauchte dringend eine Pause. Wo fand die statt? Natürlich an der Bar *lach*
Ich war nicht oft an der Bar, da ich die meiste Zeit tanzte, aber ein paar
Getränke hab ich auch abbekommen und danach nur noch Erdbeer-Pago mit Wasser
getrunken da mir schon so schlecht war. Ich hatte ja nicht viel gegessen
tagsüber. Mit Tanz und Gaudi gings weiter bis kurz vor Mitternacht.
Nun war das „Kranzerl abtanzen“ angesagt. Meine Mama musste
mir den Schleier abnehmen und Chris aufsetzen. Chris’ Trauzeuge bekam einen
Hut in die Hand und die Männer mussten eine Reihe bilden und ebenso die
Frauen. Jeder, der mit Braut oder Bräutigam tanzen wollte, musste erstmal beim
Trauzeugen bezahlen, bis jeder Mann einmal mit der Braut und jede Frau einmal
mit dem Bräutigam getanzt hatte. Eine Gaude kann ich nur sagen! Und gleich
darauf wurde der Brautstrauß geworfen. Es klappte beim ersten Versuch und
meine Cousine Yvonne hat ihn gefangen, nein, sie hat sich regelrecht danach
gerissen *lach* Anschließend musste ich mich auf einen Stuhl stellen und Chris
musste mir mit den Zähnen mein Strumpfband abnehmen. Dieses wurde sodann um –
man lese und staune - € 120,-- versteigert! Toll nicht wahr? Nachdem ich
wieder mal über die Tanzfläche gewirbelt wurde war es Zeit fürs nächste Spiel:
Der Kutscher. Das war sooo lustig, mein Onkel spielte den Kutscher und
verabsäumte es ein paar mal, um seinen Sessel zu laufen. Wir lachten uns alle
blöd, war echt genial. Bis 5 Uhr morgens gings dann weiter mit Musik und
Unterhaltung. Danach waren Chris und ich schon so müde, dass wir das weite
suchten. Chris trug mich traditionell über die Schleppe – ein schönes
Gefühl!!! Unser Gästezimmer war mit Luftballons und Luftschlangen geschmückt
und 2 Sektgläser standen am Tisch. Eine kleine Flasche Sekt und Milka-Herzen
waren im Kühlschrank eingekühlt... So niedlich!
Da ich es nicht mehr erwarten konnte schenkte Chris mir noch in der
Hochzeitsnacht die Morgengabe. Eine wunderschöne Kette mit passenden Ohrringen
und einer Uhr. Ich musste weinen... Er hat genau meinen Geschmack getroffen.
Zur Schande hab ich meine Morgengabe für ihn im Auto meiner Eltern vergessen.
Sowas blödes aber auch... Aber er bekam sie ein paar Stunden später überreicht
und freute sich riesig über die Dessousfotos.....