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H O C H Z E I T S B E R I C H T

Freitag, 5.9.2003:

Der Freitag verlief sehr ereignisreich und arbeitsintensiv für alle. Am Vormittag wechselte ich erstmal ein paar Dollar für die Hochzeitsreise (das amerikanische Geld ist vielleicht hässlich *gg*), gegen Mittag trafen Chris Eltern und seine Geschwister bei uns zu Hause ein. Einer war nervöser als der andere und wir unterhielten uns ein bisschen ehe wir mit ihnen in die Pension fuhren, wo meine Mama arbeitet und sie übernachten konnten. Nachdem alles ausgeräumt und Chris und mir die „Hochzeitssuite“ (das größte Zimmer in der Pension) gezeigt wurde, gings ab zum Essen in unser Restaurant. Die Wirtin hatte bereits alles fertig gedeckt. Silberne Platzteller, weiße Servietten in Seerosenform, weiße Tischdecken und eben die U-Tischform mit zwei weiteren Bankreihen in der Mitte. Es sah sehr schön aus, obwohl noch kein Blumenschmuck aufgestellt war. Gemeinsam mit Chris, Mama und Schwiema stellte ich die Tischkärtchen auf und musste feststellen, dass ich eines vergessen hatte! Dabei hab ich auf meiner Liste 3x nachgeschaut und bestimmt alle Namen ausgestrichen gehabt. Also schickte ich meinen Bruder und Mama nach dem Essen nach Hause um die Bastelutensilien für ein weiteres Tischkärtchen zu holen und auch die Kirchenbankschleifen und Kirchenhefterln, die wir noch am selben Tag auflegen wollten. Währenddessen kamen Julia (eine meiner Brautjungfern) und ihr Freund Alex an – die ersten Gäste! Sie bewunderten mit uns die Tafel und wir checkten noch eine neue Übernachtungsmöglichkeit für die beiden. Julia schlief ja von Freitag auf Samstag bei mir (Händchenhalten vorm großen Tag) aber Alex benötigte für Freitag noch ein Zimmer. Wir quartierten sie also auch in der selben Pension wie Chris Familie ein. Das vergessene Tischkärtchen war dann schnell geschrieben und ich stellte es zu den anderen Tischkärtchen. Blöderweise hatte ich nun aber kein Teelicht für das Tischkärtchen und ich musste am Abend nochmal ins Restaurant fahren. Ärgerlich, aber was man nicht im Kopf hat...

Nach dem Essen schmückten wir die Kirche. Der Bankschmuck war seeehr dezent, sah aber dennoch schön aus und erst hatte ich Angst, wir hätten zu wenig Kirchenhefte, aber ich denke mit den 70 Stück sind wir dann doch sehr gut ausgekommen. Der Kirchentorkranz, den meine Nachbarin mit ihrer Schwester machen wollte, war noch nicht montiert und so fuhren wir nach Hause. Mama und Schwiema kauften noch Wurst und andere Sachen für die Brötchen, die sie für den Sektempfang machen wollten ein und danach saßen wir alle gemeinsam bei uns im Hof und bemerkten, dass eigentlich gar nichts mehr zu organisieren war. Die Luftballons waren alle aufgeblasen und mussten nur noch aufgehängt werden – doch das wollten wir doch lieber erst am Samstag vormittag erledigen (die Männer erklärten sich hierfür bereit). Auch meine Nachbarin Sabine mit ihrem Freund Reini und dem kleinen Christoph leisteten uns Gesellschaft. Gegen 19 Uhr fuhren Alex, Julia, Mama und ich nochmal ins Restaurant um das letzte Tischkärtchen aufzustellen und wir sahen die fertige Tafel, da der Blumenschmuck nun auch schon aufgestellt war. Es sah einfach wunderschön aus. Schlicht, aber edel und nicht überladen. Julia fotografierte fleissig und wieder zu Hause angekommen war auch schon mein Trauzeuge samt Familie vor Ort. Wir besprachen den Ablauf des Hochzeitstages, aßen Würstel mit Senf und genossen die Ruhe vorm Sturm. Um halb 9 fuhr Chris mit seiner Familie in die Pension, wo einige seiner Verwandten warteten, die es auch vorgezogen hatten, einen Tag vor der Hochzeit anzureisen. Nun wurde mir schön langsam mulmig zu mute. Chris war weg, ich mit Julia und meinen Eltern zu Hause. Es wurde nochmal ein wenig stressig, da Mama und ich 70 Sektgläser wuschen und polierten und die Gulaschsuppe für die Brautaufwecker herrichteten. Um 10 vor 12 gingen wir ins Bett. Reini, mein Nachbar, hatte mir gesagt, er und die anderen Brautaufwecker würden gegen 3 Uhr morgens kommen. Klasse, dachte ich mir. Da schlaf ich ja dann seeehr lang vor dem anstrengenden Hochzeitstag *lach* Ich konnte nicht und nicht einschlafen, Julia und ich quatschten zwar noch eine Zeit lang, doch irgendwann schlief sie und ich war noch hellwach. Hatte Bauchschmerzen, lief ein paar mal aufs Klo und wälzte mich im Bett herum. Um 4 Uhr morgens sah ich nochmal auf die Uhr und um halb 5 gings dann rund: Es wurde vor meinem Fenster geschossen! Die Brautaufwecker waren da!


 

Samstag, 6.9.2003:

Um halb 5 Uhr früh standen die Brautaufwecker vor unserem Haus, schossen was das Zeug hielt und ein Harmonikaspieler sorgte für die richtige Stimmung. Ich sprang aus dem Bett, rein in Jeans und eine Bluse, frisierte mir noch schnell die Haare (soviel Zeit muss sein) und öffnete den Jungs die Tür. Der Harmonikaspieler hatte noch steife Finger – es war ja auch ziemlich kalt am Morgen, ca. 3 Grad *bibber* und ich bot sie in die gute Stube. Dort stießen wir mit einem Achterl Rotwein an und später servierten Mama und ich ihnen Kaffee und Wuchteln, ehe der Harmonikaspieler wieder zu spielen begann. Julia war nicht mit mir aufgestanden, aber spätestens jetzt musste auch sie wach sein, der Musikant stand nämlich genau vor ihrer Schlafzimmertür und gab sein bestes. Julia kam eine halbe Stunde später in die Küche und leistete uns Gesellschaft. Nach einem Tänzchen mit Papa servierte ich die Gulaschsuppe und in diesem Moment wurde mir sooo übel! Ich konnte den Geruch der Suppe am frühen morgen nicht ertragen und mir war so schlecht.... Frühstücken konnte ich fast gar nix. Ich weiß nicht ob es die Nervosität war oder ob die Gulaschsuppe schuld an meiner Übelkeit hatte, auf jedenfall brachte ich ein halbes Stück Schwarzbrot und ein Glas Wasser runter, mehr schaffte ich einfach nicht... Leider (bzw. Gottseidank) musste ich um halb 7 die Brautaufwecker verlassen, da mein Frisörtermin für 7 Uhr ausgemacht war.

Ich suchte meinen Schleier, mein Diadem und die Haarnadeln und fuhr mit Mama und Papa zum Frisör. Während der Fahrt lernte ich nochmal mein Eheversprechen, war mir aber gleichzeitig sicher, dass ich es in der Kirche bestimmt nicht mehr auswendig wissen würde. Aber ich tat mein bestes. Beim Frisör angekommen wurde zuerst Papa gefönt, weil er sich mit Chris in der Stadt traf um mit ihm und seinem Vater zur Gärtnerei zu fahren und den Autoschmuck sowie die Brautjungfernsträuße zu holen. Chris konnte sich nicht mehr an den Weg dorthin erinnern ;-) (das hat er mir übrigens in der Nacht zu vor am Telefon gesagt *lach*). Wenig später saß auch Mama schon beim Fönen und meine Frisörin begann, mir die Haare hochzustecken. Die Frisur war wunderschön! So richtig edel und ein bisschen pompös und mit dem Diadem und dem Schleier sah es einfach super aus. Wir machten ein paar Fotos und danach schminkte mich die Frisörin. Dezent, bloß Wimperntusche, ein wenig Lidschatten und Lipgloss, sah auch toll aus. Ich hatte den ersten Termin überstanden und musste natürlich bevor wir wieder nach Hause fuhren noch schnell einen Blick in den Kofferraum werfen, um das Autogesteck zu betrachten. Es war nicht ganz so wie ich es mir vorgestellt hatte (von der Form her) aber gefiel mir dennoch sehr gut. Auf dem Weg zurück nach Hause bekam ich die ersten Glückwunsch-SMS und auch eine von Chris. Er wollte nochmal wissen wann er mich denn abholen müsse.

Wieder zu Hause war meine Freundin Silke schon da, die mich gemeinsam mit Julia anzog. Ich wurde nervös, die Fotografin war noch nicht da. Es war bereits 9.15 und ich musste mich schön langsam anziehen. Also schlüpfte ich erstmal in die Unterwäsche während ich die Mädels immer wieder zum Fenster schickte um nachzusehen, wo die Fotografin war. Wenig später klingelte mein Handy. Sie hatte die falsche Einfahrt erwischt und wäre in ein paar Minuten da. Gut, ich atmete auf und nach ein paar Minuten stand sie – gemeinsam mit dem Kameramann in Mamas Schlafzimmer und das „Entstehen der Braut“ wurde gefilmt bzw. fotografiert. Es war sooo lustig! Wir machten ein paar Aufnahmen in Unterwäsche, mit Strumpfband und von den Mädels, wie sie an mir rumwerkelten. Mein Brautkleid war ja wirklich sehr aufwendig und schwer und ich hab gesagt: „Beim nächsten Mal nehm ich ein schmales leichtes“. Die Fotografin warf mir einen schockierten Blick zu und der Videofilmer lachte. Ich selbst musste auch lachen denn es war nicht so gemeint wie es sich anhörte. Mein Kleid machte mich verrückt. Die Corsage schaute an den Seiten nämlich vor und wir schafften es zwar, sie schön runterzuschieben, doch nach wenigen Minuten war sie wieder sichtbar – zwar nicht arg, aber dennoch. Ich fühlte mich ein wenig unwohl, aber Silke und Julia beruhigten mich, dass man das gar nicht sehen würde. Außerdem hätte ich notfalls ja noch die dünnen Träger, die ich verwenden könnte. Gut, ich nahms also so hin und als Petra schließlich ins Zimmer kam und meinte: „Der Bräutigam und die Trauzeugen sind da!!“ wurde ich mega nervös. Mein Herz klopfte und ich musste ein paarmal sagen wie aufgeregt ich bin und ich fragte bestimmt fünf mal ob ich denn schon hinuntergehen dürfe. Ich warf noch einen letzten Blick in den Spiegel, die drei Mädels cremten mich noch mit Seidenschimmer-Bodylotion ein und dann wars so weit: Ich ging die Treppe runter ins Vorzimmer. Draußen standen viele Leute, was ich so durch die Tür sehen konnte, doch meine dritte Brautjungfer Uschi war noch nicht da! Petra und Julia standen schon hinter mir in ihren dunkelroten Kleidern und ich versuchte, Uschi anzurufen. No chance, sie hob nicht ab. Ich war schon so nervös und dann auch das noch. Es war bereits 10 nach halb 10 und ich musste raus zu meinem Bräutigam, er hatte schon zweimal geläutet. Ich holte tief Luft und Christians Oma öffnete die Haustür.

Und da stand er vor mir: Im anthrazitfarbenen Gehrock in Nadelstreifoptik, einfach wunderschön mit meinem Brautstrauß in der Hand. Ich sah wie seine Augen strahlten und er sich die Tränen unterdrückte und ging langsam auf ihn zu. Mir stiegen die Tränen in die Augen und ich fiel ihm einfach in die Arme. Er flüsterte mir ins Ohr wie wunderschön ich wäre und dass er sich mich nicht so traumhaft vorgestellt hätte und ich musste weinen und sagte: „Ich hab mich so bemüht nicht zu weinen, aber es geht nicht“ und umarmte meinen Chris ganz fest.

Chris gab mir den Braustrauß. Der sah genauso aus wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Dunkelrote Minigerbera, dunkelrote Rosen und 3 cremefarbene Calla. Wunderschön. Mit zitternden Händen nahm ich den Strauß entgegen. Und erst dann sah ich meinen Trauzeugen und Christians Trauzeugen und Uschi, die die Auffahrt heraufgelaufen kam und sich schnell umziehen ging. Ernst (mein Trauzeuge) küsste mich auf die Wange und sagte mir auch, dass ich wunderschön aussehen würde. Auch Martin (Christians Trauzeuge) und seine Freundin Gabi begrüßten mich und ich weiß nicht, wer sonst noch da stand, ich war viel zu aufgeregt und merkte nicht einmal, dass es ziemlich kalt war und die Mädels alle Gänsehaut hatten. Es war noch bewölkt, aber die Sonne würde sich noch zeigen, das wusste ich einfach. Als alle drei Brautjungfern da waren machten wir ein paar Bilder mit den Mädels, dannach mit den Trauzeugen und alle gemeinsam. Wir gingen auch in den Garten vorm Haus um Fotos zu machen und mein Kleid bekam den ersten Fleck – ein lästiges Insekt musste auf meiner Schleppe sterben. Aber das beunruhigte mich nicht, ich konnte sowieso nichts dagegen tun, aber von nun an fungierten die beiden Trauzeugen als Schleppenträger, hiervon gibts auch Fotos...

Um 10.15 stand ich dann vor einem kleinen Problem: Wie kommt Braut mit Reifrock ins Auto?? Wir lösten das ganz einfach: Ich zog den Reifrock aus, setzte mich bequem ins Auto und Silke fuhr mit uns zum Fotograf. Diesmal war es Chris, der im Auto das Treueversprechen lernen wollte, doch nach dem ersten Versuch gab er auf und auch ich las es mir nicht mehr durch. Stattdessen versorgte Chris seine Fersen mit Pflastern um Blasen vorzubeugen.

Wir waren ein wenig zu früh beim Fotografen und sahen ein anderes Brautpaar, welches im knallroten Cabrio von seiner Fotosession im Schlossgarten davonbrauste. Der Fotograf begrüßte uns und unsren Kameramann und kaum standen wir im Schlossgarten, kam auch die Sonne zwischen den Wolken hervor und der Himmel war zum größten Teil strahlend blau – das passende Wetter für die Fotoserie J Das Fotografieren machte großen Spaß. Wir posierten zwischen den Ästen eines Baumes, auf einem alten Motorrad, am Steg eines Teiches mitten im wunderschönen Garten etc. Mein Kleid wurde wieder ein wenig in Mitleidenschaft gezogen und ich bin selber erstaunt wie gelassen ich das hinnahm. Die Fotos werden bestimmt wunderschön, wir waren beide so entspannt, da diese 1,5 Stunden nur uns gehörten, sozusagen die Ruhe vorm Sturm... Mein Trauzeuge und mein Bruder holten uns vom Fotografen ab. Das Auto stand am Parkplatz, doch die beiden waren nicht da. Es war 12.25, wir hatten also noch ein wenig Zeit ehe wir wieder zurück nach Hause fahren mussten und nahmen an, dass Ernst und Christian (mein Bruder) inzwischen im Gasthaus waren um auf uns zu warten. Also gingen wir nach, blöderweise durch die falsche Tür ins falsche Gebäude, und standen plötzlich in einem Altersheim. Das war bestimmt ein Bild für Götter, Braut und Bräutigam platzen in den Aufenthaltsraum eines Pflegeheimes... Peinlich! Wir fanden dann aber doch die richtige Türe und stießen mit Ernst und Christian zusammen, die eben aus dem Wirtshaus kamen. Chris und ich freuten uns aber schon so auf ein Getränk, dass wir nochmal zurück hinein gingen und auch unser Kameramann kam mit auf ein Getränk. Meine Nervosität war verflogen, denn nun folgte der Sektempfang und wir würden all unsere Gäste endlich empfangen dürfen. Ich behielt diesmal den Reifrock an bei der Autofahrt – es funktionierte auch ganz gut so.

Als wir die mit Luftballons geschmückte Siedlungsstraße entlang fuhren pochte mein Herz ganz laut, ich freute mich schon so auf die Gäste! Chris war mit unserem Kameramann mitgefahren und ging schon mal zu den Gästen. Ich ließ sie ein wenig warten, atmete ruhig nochmal durch und ging dann auch die Auffahrt zu meinem Elternhaus hinauf. Und da standen sie schon alle.... Onkeln, Tanten, Freunde, Eltern... Alle applaudierten und nun musste ich mich durchküssen und jedem die Hand schütteln. Ich war so happy in diesem Moment, alle waren wegen uns gekommen, wegen unserer Hochzeit. Es war ein superschönes Gefühl! Ich wusste nicht, wo ich anfangen sollte, da standen so viele Leute die begrüsst werden sollten. Meine Blumenmädchen sahen so zauberhaft aus und liefen schon mit ihren Blumenkörbchen rum. Sie waren noch ein wenig schüchtern und ich überlegte, ob sie wohl Blumen streuen würden beim Auszug aus der Kirche? Ich schüttelte ca. 90 Hände, küsste ca. 180 Wangen und war froh, als mir mein Bräutigam endlich ein Glas Sekt-Orange reichte. Dazu aß ich ein Brötchen, mehr brachte ich nicht hinunter... Jeder sagte mir wie wunderschön ich aussehen würde und dass wir ein wunderschönes Brautpaar wären. Und dann erreichte uns eine Hiobsbotschaft: Meine Cousine lag mit Lungenentzündung im Krankenhaus und würde also nicht kommen können. Traurig, sie hatte sich schon so gefreut und extra neu eingekleidet... Auch meine Freundin Sonja lag schon seit 3 Tagen mit Fieber im Bett und konnte auch nicht zur Hochzeit kommen L Total schade.... Unsere Fotografin stellte sich auf den Balkon und dirigierte von oben alle Gäste zu einem tollen Gruppenfoto aus der Luft. Das war vielleicht schwierig bis alle dort standen wo sie sein sollten, aber wir haben es schließlich geschafft. Genau rechtzeitig, denn nach dem Foto sagte irgendjemand: „Es ist 10 vor 2!“ Es war also Zeit zum Standesamt zu fahren. Im Autokonvoi fuhren wir zum Standesamt, mein Trauzeuge und ich ganz zum Schluss.

Der Standesbeamte erwartete und schon und wir betraten den Trausaal. So, ich war wieder mal richtig aufgeregt und war froh, als wir uns setzen durften und der Standesbeamte mit seiner Rede begann. Im Hintergrund lief leise Musik, er hielt eine schöne Ansprache und schwupp di wupp, nach 5 Minuten gings auch schon ans Ja-Wort, das Chris und ich laut und deutlich aussprachen. Während der Zeremonie hielt Chris immer ganz fest meine Hände. Als es zum Ringe anstecken kam, nahm Chris erstmal den falschen Ring vom Ringkissen, bemerkte es aber früh genug und steckte mir dann doch den richtigen an. Ich hatte einen Vorteil, musste mich nicht mehr mit den Bändchen an denen die Ringe festgemacht waren ärgern und steckte meinem Bräutigam den Ring an. Irgendwie vergaßen wir auf den Kuss, das bemerkten wir aber erst nach der Zeremonie J Meine Unterschrift mit neuem Namen ging mir ganz leicht von der Hand und jetzt im Nachhinein betrachtet bemerkte ich die Fotografin und unsere beiden Kameramänner gar nicht, so konzentriert war ich. Nachdem der Auszug aus dem Ehebuch verlesen worden war und die Zeremonie beendet war, küssten wir uns endlich. Und das ganze mussten wir gleich nochmal wiederholen, da die Fotografin und die Kameramänner nicht gefilmt hatten *lach* Vorm Standesamt gratulierten uns einige der Gäste und dann fuhren wir auch schon alle gemeinsam mit lautem Hupkonzert zum Restaurant und gingen von dort weg zu Fuß in die Kirche.

Dort warteten schon einige meiner Kollegen, die es nicht rechtzeitig zum Sektempfang geschafft hatten. Ich begrüßte sie nur ganz kurz und stand dann etwas abgeschotet von den Gästen mit meinem Papa und meinen Brautjungfern beisammen. Meinen Schleier gab ich vors Gesicht und mein Papa brauchte noch eine Zigarette, ehe er startklar war, mich in die Kirche zu führen. Die Gäste standen schon alle in einer schönen Zweierreihe und als die Kirchenglocken läuteten zog mein Bräutigam mit seinem Trauzeugen als erstes in die Kirche ein. Danach folgten die Eltern und Verwandten und schließlich standen nur noch meine Blumenmädchen mit ihrer Schwester (alleine trauten sie sich nicht), Katrin (die die Ringe zum Altar brachte), Miriam (mit der Hochzeitskerze), meine Brautjungfern und Papa und ich vor der Kirche. Die Orgel fing an zu spielen, ich hakte mich bei Papa ein und wir zogen in die Kirche ein. Es war so wunderschön, ich hab die Orgel nicht spielen gehört, hab aber darauf geachtet, so viel wie möglich von den Hochzeitsgästen die in den Kirchenbänken für uns Spallier standen, mitzubekommen und sah dann meinen Bräutigam am Altar stehen. Er war so nervös! Mein Papa nahm seine Hand, übergab mich an ihn und legte dann meinen Schleier zurück. Ich hielt Christians Hand für einen Moment ganz fest, dann stellten wir uns vor die Brautsessel und wurden vom Herrn Pfarrer begrüßt. Die Messe war total schön. Der Chor war ein Hit, die Damen hatten sich wirklich große Mühe gegeben! Einige Szenen aus der Messe: Chris hat sein Treueversprechen mit einigen „Verlesern“ runtergelesen, ich hab meines ganz ruhig auswenig aufgesagt – hätt mir nicht gedacht dass es so einfach gehen würde! Eins meiner Blumenmädchen hat eingeschlafen (habs selber nicht gesehen aber ich freu mich schon aufs Video!), bei der Wandlung sind wir stehen geblieben (das war wohl das erste mal dass unser Pfarrer das erlebt hat *lach* aber er hat uns nicht darauf hingewiesen, dass wir uns hinknien sollten und wir habens einfach vergessen!). Herr Pfarrer sagt: „Und nun wollen wir alle gemeinsam das Vater unser singen“ und fängt dann an, es laut vorzubeten. Beim Ave Maria hatte Chris Tränen in den Augen und auch meine beiden Trauzeugen kämpften gegens weinen an. Ich blieb ganz ruhig und hatte nur Tränen in den Augen, als mein Cousin Mario in den Fürbitten erwähnt wurde. Nach der Messe blieben wieder alle unsere Gäste in den Bänken stehen und wir zogen bei Orgelmusik aus der Kirche. Meine Blumenmädchen streuten keine Blüten, aber das übernahm dafür ihre Schwester. Die nächste Panne bzw. Der nächste Schreckmoment folgte:

Wir standen beim Kirchenausgang, die Fotografin knipste schon fleissig und ich hab ganz verzweifelt nach unserer Musikband Ausschau gehalten. Sie waren noch nicht da! Ok dachte ich, die kommen bestimmt gleich und ich schüttelte wieder 100 Hände und küsste 200 Wangen vor der Kirche. Als nach einer halben Stunde die Musik immer noch nicht da war wurde ich unruhig und schickte den Freund meiner Cousine zum Restaurant um die Band zu suchen. Nach wenigen Minuten waren sie dann auch schon da (sie hatten sich notiert, dass wir uns im Restaurant treffen, und nicht vor der Kirche) und spielten ein flottes Stück ehe wir alle gemeinsam zum Restaurant marschierten. Es war so schön, die Musik vor uns, wir dahinter und ich hab mich dann zweimal umgedreht um die Menschenmenge zu sehen, die hinter uns her lief. Beim Restaurant angekommen schepperte es erstmal mächtig. Unsere Wirtin hat Geschirr zerschmissen und nachdem sie uns begrüßt hatte bekamen wir erstmal Brot mit Salz überreicht, was angeblich Glück bringen soll. Danach musste mein Schatz das Geschirr zusammenkehren und ich musste es in einen Eimer schauffeln. Endlich hatten wir es geschafft, da schnappte sich die Wirtin meinen Bräutigam und den Eimer, drückte Chris ein Busserl auf die Wange und rummmmms... lagen die ganzen Scherben wieder am Boden. Gut, wir kehrten also nochmal brav zusammen und als die Wirtin Chris den Eimer abnehmen wollte, gab dieser ihn nicht mehr her, um nicht nochmal kehren zu müssen. Sie versprach dann, den Eimer nicht mehr auszuleeren und reichte stattdessen uns und unseren Trauzeugen ein Glas Sekt und dann noch ein zweites. Und endlich durften wir in den Saal. Bis alle Gäste ihren Sitzplatz gefunden hatten vergingen ein paar Minuten und ich genoss den Blick auf 95 Menschen, die mit uns zusammen feierten. Unsere Wirtin ließ es sich nicht nehmen, eine wunderschöne Rede zu halten und im Anschluss daran ein Gedicht für den Bräutigam vorzulesen. Es war lustig und als Dankeschön bekam sie von Chris auch ein Busserl auf die Wange. Danach hielt mein Papa eine kurze aber schöne Rede und alle ließen uns hochleben.

Katrin und Miriam hatten ein Gedicht für uns einstudiert und wollten es zum besten geben, doch die beiden mussten ständig lachen. Beim zweiten Versuch klappte es dann aber und wenig später hatten wir an der Ehrentafel auch schon unser Essen auf dem Tisch. Ich war nach der Suppe schon voll und brachte von der Hauptspeise gerade mal 4 oder 5 Bissen hinunter. Total schade irgendwie, das Essen schmeckte superlecker! Nachdem alle gegessen hatten wurde es finster im Saal und die Tür ging auf. Herein kam die Wirtin mit zwei Kellnern und jeder trug eine Torte mit kleinem Feuerwerk (so wie es im „Traumschiff“ immer zu sehen ist). Es war so schön! Unsere Hochzeitstorte stand hinter uns auf einem Tisch, daneben noch 4 weitere Torten und jede Menge Kekse, die nach dem Essen auf den Tischen verteilt wurden. Plötzlich kam die Musik auf die Bühne, begrüßte die Hochzeitsgesellschaft, wünschte uns beiden viel Glück für unsere Ehe und rief uns auf die Tanzfläche. Es war soweit, der Brauttanz stand am Programm. Chris murmelte ein leises „Scheiße“ und ich hatte auch schon ein wenig Bammel davor, es standen nämlich all unsere Gäste in einem Kreis auf der Tanzfläche und wir mussten in der Mitte tanzen. Wir hatten uns einen langsamen Walzer gewünscht und schon bei den ersten Takten wussten wir, dass kann nix werden. Wir haben den Walzer total verpatzt, die Musikanten retteten die Situation aber, in dem sie nach der Hälfte des Tanzes „Alles Walzer“ riefen und einige andere Paare auf die Tanzfläche kamen. Peinlich! Von nun an kam ich von der Tanzfläche nicht mehr herunter. Ich musste ja mit jedem männlichen Gast im Laufe des Abends tanzen (schaffte ich auch bis auf 2, die früher gegangen sind und die ich nicht mehr erwischte) und fing gleich mit meinem Papa, meinem Trauzeugen und meinem Onkel an. Und auf einmal hieß es, ich müsse meinen Brautstrauß nehmen, denn ich würde nun entführt. Silke und mein Bruder schnappten mich und den Kameramann und wir rauschten heimlich aus dem Saal. Die Fotografin hielt mich noch auf und ich hatte Angst, Chris würde mich noch vor der Tür des Restaurants wieder finden. Doch wir schafften es bis ins Gasthaus und saßen nun da, zu dritt. Irgendwie fehlte da noch jemand... Mein Onkel und sein Sohn kamen nach und dann kam eine große Überraschung: Sonja, meine Freundin die nicht zur Hochzeit hätte kommen können weil sie krank war, kam ins Gasthaus, ich hab mich soooo gefreut! Nach einer halben Stunde kam Chris mit Gefolgschaft ins Gasthaus und es wurde richtig lustig. Doch irgendwie hatte unsere Band verabsäumt dass die Braut gestohlen wurde, sie kamen nicht nach! Mein Cousin regelte dies und wenig später kam die Musik gemeinsam mit einigen anderen Hochzeitsgästen im Gasthaus an und ich musste tanzen, tanzen, tanzen. Mein Onkel gab einige Witze zum besten und nachdem mein Trauzeuge seine Zeche gezahlt hatte, gingen (bzw. Tanzten) wir nach der Musik zurück ins Restaurant.

Wir wurden mit großem Applaus empfangen und ich freute mich auf ein paar ruhige Minuten, doch daraus wurde nix, ich wurde wieder auf die Tanzfläche geschleppt J Danach gratulierten uns meine Kollegen und überreichten uns ihr Geschenk und verabschiedeten sich dann auch gleich. Es folgten weitere Gratulanten und Geschenke und danach wurde die Hochzeitstorte auf den Brauttisch gestellt, die es anzuschneiden galt. Wir machten das eigentlich ganz gut, Chris hatte seine Hand über meine gelegt, was ja bedeutet, dass er in der Ehe das sagen hat *lach* Wir schnitten 2 Stück Torte ab und fütterten uns dann gegenseitig damit. Die Musik spielte dazu. Mal schneller, mal langsamer, und wir mussten uns im Takt mit der leckeren Torte füttern – war lustig! Die Tanzfläche wurde immer leerer, was einerseits daran lag, dass viele Gäste am Torte essen waren und andererseits daran, dass viele Gäste mehr an der Bar als im Saal waren. Ich überlegte mir, wie ich das ändern konnte und hab der Musik das Gedicht und Päckchen für das so genannte „Päckchen Spiel“ gegeben. Es war total witzig und im Päckchen waren Gutscheine für verschiedene Tanzpaare. Ich hab einfach Verwandte von Chris mit meinen gemischt und auf Zettelchen geschrieben. Insgesamt standen also 16 Paare auf der Tanzfläche. Die Musik spielte ein witziges Lied und alle hatten Spaß. Danach durfte natürlich keiner die Tanzfläche verlassen und es ging weiter am Parkett. Die Tanzfläche blieb ab diesem Moment eigentlich ständig voll J Mein Kleid war bereits nach den ersten Tänzen schon soooo dreckig und weil mir immer wieder jemand auf die hochgesteckte Schleppe trat, ging bald mal ein Stück der Spitze ab. Doch was sollte ich tun? Nachtrauern hatte keinen Sinn, ich tanzte also gelassen weiter und amüsierte mich auf der Tanzfläche. Nach dem „Zillertaler Hochzeitsmarsch“ und einem „Boarischen“ den Chris und ich aufs Parkett legten war ich erstmal geschafft. Mein Herz raste und ich brauchte dringend eine Pause. Wo fand die statt? Natürlich an der Bar *lach* Ich war nicht oft an der Bar, da ich die meiste Zeit tanzte, aber ein paar Getränke hab ich auch abbekommen und danach nur noch Erdbeer-Pago mit Wasser getrunken da mir schon so schlecht war. Ich hatte ja nicht viel gegessen tagsüber. Mit Tanz und Gaudi gings weiter bis kurz vor Mitternacht.

Nun war das „Kranzerl abtanzen“ angesagt. Meine Mama musste mir den Schleier abnehmen und Chris aufsetzen. Chris’ Trauzeuge bekam einen Hut in die Hand und die Männer mussten eine Reihe bilden und ebenso die Frauen. Jeder, der mit Braut oder Bräutigam tanzen wollte, musste erstmal beim Trauzeugen bezahlen, bis jeder Mann einmal mit der Braut und jede Frau einmal mit dem Bräutigam getanzt hatte. Eine Gaude kann ich nur sagen! Und gleich darauf wurde der Brautstrauß geworfen. Es klappte beim ersten Versuch und meine Cousine Yvonne hat ihn gefangen, nein, sie hat sich regelrecht danach gerissen *lach* Anschließend musste ich mich auf einen Stuhl stellen und Chris musste mir mit den Zähnen mein Strumpfband abnehmen. Dieses wurde sodann um – man lese und staune - € 120,-- versteigert! Toll nicht wahr? Nachdem ich wieder mal über die Tanzfläche gewirbelt wurde war es Zeit fürs nächste Spiel: Der Kutscher. Das war sooo lustig, mein Onkel spielte den Kutscher und verabsäumte es ein paar mal, um seinen Sessel zu laufen. Wir lachten uns alle blöd, war echt genial. Bis 5 Uhr morgens gings dann weiter mit Musik und Unterhaltung. Danach waren Chris und ich schon so müde, dass wir das weite suchten. Chris trug mich traditionell über die Schleppe – ein schönes Gefühl!!! Unser Gästezimmer war mit Luftballons und Luftschlangen geschmückt und 2 Sektgläser standen am Tisch. Eine kleine Flasche Sekt und Milka-Herzen waren im Kühlschrank eingekühlt... So niedlich! Da ich es nicht mehr erwarten konnte schenkte Chris mir noch in der Hochzeitsnacht die Morgengabe. Eine wunderschöne Kette mit passenden Ohrringen und einer Uhr. Ich musste weinen... Er hat genau meinen Geschmack getroffen. Zur Schande hab ich meine Morgengabe für ihn im Auto meiner Eltern vergessen. Sowas blödes aber auch... Aber er bekam sie ein paar Stunden später überreicht und freute sich riesig über die Dessousfotos.....

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